Street Art ist nicht gleich Street Art

Jeder kennt Street Art: Die bunten und oft sehr liebevoll gestalteten Kunstwerke in der Stadt. satch erklärt Euch die verschiedenen Styles dieser Kunstform und versorgt Euch mit spannendem Insiderwissen!
Street Art ist nicht gleich Street Art

Street Art ist eine breit gefächerte Kunst. Wisst Ihr, wie viele Möglichkeiten die Street Art bietet?
Die Allgemeinheit verbindet mit Street Art in der Regel „Style Writing“. So nennt man schriftbezogene Graffitis, die oft einfach schnell und meist lieblos angebracht werden. Hier sind meistens Amateure am Werk, die ihr Pseudonym möglichst oft verbreiten und Fame (Ruhm) ernten wollen. Diese fallen in die gleiche Kategorie wie solche, die Plakate von Menschen mit Schnurrbärten und Teufelshörnern „verzieren“. Der künstlerische Anspruch dieser Arbeiten ist in der Regel sehr gering, deswegen widmen wir uns hier einigen Kunstformen, die nicht schriftbezogen sind.

Schablonenkunst – der Stencil

Stencil oder auch Pochoir bezeichnet eine schablonenbasierte Form des Graffiti. Im Gegensatz zum freihändigen Sprayen werden hier im Voraus angefertigte Schablonen aus Pappe, Kunststoff, laminiertem Papier oder ähnlichem verwendet. Auf diese Weise gefertigte Pieces können durch die Kombination verschiedener Schablonen, die nacheinander benutzt werden, sogar mehrfarbig sein.
Das Praktische: Sind die Stencils einmal angefertigt, können die Schablonen immer wieder verwendet werden.

Neben dem Sprühen kann die Farbe auch mit einem Pinsel, Ölfarbstiften oder per Airbrush aufgetragen werden.

 

Stencil in Madrid Stencil in Madrid

Plakate mal anders – das Paste-Up

Paste-Ups sind mit Kleister oder Leim angebrachte Plakate. Diese können durch verschiedene Druckverfahren hergestellt oder einfach per Hand bemalt werden.

Paste-Up von El-Bocho Paste-Up von El-Bocho

Wichtig ist hierbei, dass dickeres, stabiles Papier verwendet wird, da es sonst beim Anbringen mit Kleister reißen kann. Manche Künstler nutzen allerdings bewusst dünneres Material und verwenden beispielsweise Zeitungspapier, das sich draußen bei Wind und Wetter nicht lange hält. Paste-Ups können in der Regel ohne Rückstände entfernt werden, daher sind sie nicht illegal und befinden sich in einer gesetzlichen Grauzone. Dennoch können verbotenerweise angebrachte Paste-Ups einem eine ganze Menge Ärger einbringen.

Macht sauber - Reverse Graffiti

„Reverse Graffiti“ bedeutet: umgekehrtes Graffiti. Anstatt Farbe auf Flächen aufzutragen, werden besonders dreckige Oberflächen ausgesucht und gezielt mit Wasser und Reinigungsmitteln gereinigt. Oft werden hier Schablonen verwendet und diese dann mit einem Hochdruckreiniger bearbeitet. So entsteht auf der sauberen Fläche ein Bild oder eine Schrift. Diese Form der Street Art ist ganz legal und kann auf allen Flächen ausgeübt werden.

https://www.flickr.com/photos/49180634@N05/11012130835/in/photolist-hM73QK-hM8rEu-hM7S5L-hM8AV2-hM8qiv-7MAtth-ah3G9o-dnFpMd-dnFpZ5-dnFkfX-7bQcaQ-6Xg5bu-9nUn8q-9nUmQf-2tTs6M-bDLmJe-5aWAGk-9nUmpU-9nRigg-9nUmZd-9nRiFg-64ZnAo-89YAVV-7yBfZ6-6oMYdV-bcXz4B-ayRkFv-5kguLq-5jHANL-e9BY8R-HhTKt-6VTVpP-6VTVve-6VXXko-6VTVrv-6VXXnQ-6VTVji-6VTVwP-6VXXgN-8FRPRb-8FRPKf-8FNCUa-89YCNa-8a2WWh-7973SJ-aSAUJv-8a2Sau-89YDCi-doKyxa-doKxai-8j5xiw Reverse Graffiti - gefunden bei KylaBorg

Strickmode  Guerilla Knitting

Guerilla oder auch Urban Knitting ist eine relativ neue Weise, das Stadtbild zu verändern. Knitting heisst auf deutsch Stricken. Das klingt zunächst langweilig und unspektakulär, ist jedoch extrem spannend, denn hier werden Strickaccessoires für Straßenpöller, Bäume, Laternen, Ampeln und andere Gegenstände gefertigt. Die Künstler kleiden so ihre Stadt ein.

guerilla knitting Baum Gestrickter Baum - gefunden bei 24oranges.nl

Wichtig: Das Bemalen oder dauerhafte Verändern fremder Wände ist verboten und kann teuer werden.
Wenn auch Ihr Lust habt, etwas in Richtung Street Art auszuprobieren, fragt Eure Eltern oder Nachbarn, ob Sie Euch eine Fläche zur Verfügung stellen. Wenn nicht, könnt Ihr Euer Kunstwerk auch auf Holz, Pappe oder einer Leinwand verewigen. Dort wird es ohnehin länger Bestand haben!

Na, könnt Ihr die einzelnen Styles jetzt erkennen und unterscheiden?
Wir wünschen Euch viel Spaß – beim Entdecken oder selber ausprobieren!

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